Eco Fashion Labels Interviews

4 Fragen an Aki Tuncer von KnowledgeCotton Apparel

Aki Tuncer von KnowledgeCotton Apparel

Im März traf ich eines Morgens Aki Tuncer, Country Manager D.A.CH von KnowledgeCotton Apparel im Label eigenen Showroom in Hamburg. Wir tauschten uns aus und Aki nahm sich die Zeit mir ein paar Fragen zu beantworten.

JTG: Skizziere bitte in Bild der Zukunft. Wie wird sich Green Fashion in den nächsten fünf Jahren verändern?

AT: Lass uns zu Beginn deine Frage aus der Perspektive von KnowledgeCotton Apparel (KCA) beantworten. Green Fashion wird – in Bezug auf die lokale Verfügbarkeit – nach wie vor verstärkt in den Fair Fashion Stores zu kaufen sein. KCA wird jedoch weitere Anstrengungen unternehmen, um noch mehr im konventionellen Bekleidungsmarkt und den dazugehörigen Geschäften weiter Fuß zu fassen.
Dafür werden wir weiterhin unseren Kunden die KCA Säulen wie Preis und Qualität näherbringen und aufzeigen, dass KCA Kleidung von Wert herstellt. Unser Ziel ist es, die jüngeren Menschen – Milleniumkids – zu erreichen. Die jüngere Generation ist sich selbst und ihrer Umwelt bewusster, sie leben oft vegetarisch/vegan insbesondere die jüngeren Frauen. Junge Männer benötigen noch etwas Anpassungszeit, um die Vorteile eines anderen Lebensstils für sich zu erkennen. Um gerade die Veganer gezielt mit Kleidung von KCA anzusprechen, verzichten wir seit 2017 komplett auf Leder.
Nun kommen wir zur Veränderung von Green Fashion im Allgemeinen. Green Fashion wird sich spürbar verändern, die großen konventionellen Marken verändern sich unter dem Druck der Konsumenten. Der Konsument ändert das Angebot. Die Nachfrage wächst und damit wird das Angebot größer. Es entsteht ein Bewusstsein Bewusstsein für den Konsum und seine Folge, was dazu führt, dass insgesamt weniger gekauft wird. Daraufhin wird sich der Markt bereinigen. Die nächste Generation geht auf die Bedürfnisse ein. Geschäfte machen ist legitim. Doch man kann gute Geschäfte nur mit guten Dingen machen.
Es gibt einen Markt auch für Vintage- und Secondhandkleidung. Die nächsten Jahren werden geprägt sein von einem weniger ist mehr. Lieblingsteile rücken mehr in den Vordergrund. Wir werfen unsere Kleidung bei Nichtgefallen nicht sofort weg, sondern reparieren oder lassen sie reparieren um sie möglichst lange tragen zu können. Ich möchte hier anmerken, dass Kleidung nicht noch preiswerter werden darf, denn dann kommen wir aus der Fast Fashion Falle noch langsamer heraus.

JTG: Glaubst du, dass Green Fashion zu einem Zeitpunkt Mainstream und somit massentauglich wird?

AT: Mainstream eher nicht, da Konsumenten, die öko-faire Bekleidung kaufen, eine spezielle Zielgruppe sind. Die Zielgruppe wird jedoch größer und globaler. Gerade Deutsche Konsumenten sind hier Vorreiter beim Kauf von Green Fashion, doch auch die europäischen Nachbarländer und deren Kunden ziehen und werden weiter nachziehen. In Skandinavien zeigt sich, dass Kunden vermehrt Marken kaufen, die bewusst darauf achten, dass keine Kinder die Kleidung genäht haben oder Tierfelle verarbeitet wurden. Konsumenten entscheiden sich für eine Marke, weil diese Produkte mit Mehrwert anbietet und dass wissen die Kunden zu schätzen.

JTG: Welcher Typ „Mann“ kauft KCA und sind Männer die einfacheren Kunden?

AT: Der männliche Käufer ist grundsätzlich immer einfacher einzuschätzen und einzuteilen. Frauen sind hingegen viel emotionaler beim Einkaufen. Männer kaufen einfach bewusst und gezielt. Wenn „Mann“ eine Jacke braucht, kauft er auch nur eine Jacke und nicht noch ein paar Schuhe dazu. Daher hat sich damals KCA dazu entschieden nur Herrenkleidung herzustellen, da man so Klassiker produzieren kann, die sich längerfristig verkaufen lassen. Im Designteam arbeiten vier Männer, die Kleidung entwerfen, die sie vor allem auch selbst tragen würden. KCA konzentriert sich weiter auf die Männer und mit den Männern wächst KCA.
Es ist nach wie vor so, dass 2/3 Frauen und 1/3 Männer sich für den Kauf von nachhaltiger Mode entscheiden. Hoffentlich schließt sich die Schere bald.

JTG: Was wünschst du dir für die Zukunft?

AT: Nachhaltigkeit, Frieden, Umweltschutz, die Menschen mögen sich besinnen und erkennen, dass wir eine Weltgemeinschaft sind. Sie sollen begreifen dass wir nur eine Erde zur Verfügung haben und daher ist es unsere Aufgabe, Mutter Erde zu schützen und für ihren Erhalt alles zu geben. Ziel sollte sein, für die nachfolgenden Generationen eine saubere Umwelt zu schaffen, anstatt immer mehr zu wachsen. Wir brauchen eine Wachstumsentschleunigung. Generell ein Miteinander, mehr Kommunikation untereinander und mehr Respekt füreinander. Toleranz zwischen den Religionen und Menschen. Es bleibt die Hoffnung, dass die kommende Generation friedlicher miteinander umgeht, nicht nur mit sich selbst sondern mit allen Lebewesen sowie der Natur. Sie sollen Verantwortung sehen und sie leben, auch wir dürfen mehr Verantwortung tragen. Fangen wir bei uns selber an, jeder kleine Schritt zählt!
Für KCA wünsche ich mir, dass wir weiterhin erfolgreich sind, die Geschäftsbeziehungen zu unseren Partnern weiter freundschaftlich pflegen. Denn nur gemeinsam im Team kann etwas erschaffen werden, was Spüren hinterlässt.
Nur wer mit Spaß, Leidenschaft, Motivation und Liebe an die Ziele geht, s herangeht was er tut.

Love and Peace.

Vielen Dank Aki für deine Zeit. Das Interview führte Jan von JAN TRÄGT GRÜN.


Fotos: JAN TRÄGT GRÜN. Motiv: Aki Tuncer/KnowledgeCotton Apparel

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